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2008 Samstag 02 Februar

Männer müssen draußen bleiben

Echo-online - Germany

Dokumentation: Wie man iranische Frauen ins Spiel bringt: David Assmann zeigt „Football Under Cover“ auf der Berlinale

MAINZ/RÜSSELSHEIM. Im Iran ist es Frauen verboten, ein Fußballstadion zu betreten. In seinem Dokumentarfilm „Football Under Cover“, der am 10. Februar bei den Berliner Filmfestspielen in der Sektion „Perspektive Deutsches Kino“ Premiere feiern wird, bricht der Mainzer Regisseur David Assmann (Jahrgang 1978) dieses Tabu mit Pfiff: Er lässt die iranischen Frauen selbst Fußball spielen – gegen eine Kreuzberger Damenmannschaft, die sich im April 2006 für dieses Spiel auf eine spannende und aufwühlende Reise in das islamische Land begeben hat, um gegen die iranische Frauennationalmannschaft anzutreten.
Mit dabei: Die drei Schwestern von David Assmann – Corinna, Valerie und Marlene –, die Spielerinnen des BSV AL Dersimspor Kreuzberg sind und gemeinsam mit dem iranischen Co-Regisseur Ayat Najafi die Idee zu dem Film entwickelten. „Eigentlich wollte ich nur eine helfende Hand sein, meine Schwestern bei dem Film so gut es geht unterstützen“, sagt David Assmann, der bei Radio Rüsselsheim eine Kinosendung moderiert. Aber bald schon wurde klar, dass die Dimensionen des Projekts immer größer und damit auch die Aufgaben immer umfangreicher wurden – schließlich stieg er „Football Under Cover“ zuliebe für zwei Jahre aus dem Studium aus. Auf der ersten Iran-Reise im Sommer 2005 entdeckten Assmann und Ayat Najafi schnell ihre „gemeinsame Wellenlänge“ und entschlossen sich, als Regisseure zusammen die Verantwortung für den Film zu übernehmen. Überhaupt entwickelte sich der erste Aufenthalt in Iran mehr und mehr zu einer Schicksalsreise für das Projekt: „Wir wandten uns an den iranischen Fußballverband, suchten Unterstützung auf Seiten der Wirtschaft und Politik – und erhielten viel positive Resonanz. Sonst hätten wir wohl gar nicht erst angefangen zu drehen“, so Assmann rückblickend.

Zurück in Deutschland wurde dann auch die hiesige Filmbranche auf das Projekt aufmerksam. Nach einer Testvorführung übernahm die Berliner Firma Flying Moon die Produktion, es folgten das Medienboard Berlin Brandenburg, Arte, der RBB und andere. Je breiter die Unterstützung in Deutschland wurde, desto schwieriger gestaltete sich allerdings die Organisation in Iran: „Bei einem Regime wie in Iran ist man sich nie sicher, auf welche Aus- und Zusagen man sich verlassen kann“, resümiert David Assmann ernüchtert. Der Termin für das Fußballspiel beispielsweise wurde dreimal verschoben – eine organisatorische Katastrophe. Als im April 2006 dann endlich doch gespielt wurde, erfuhr die iranische Geschlechtertrennung eine konsequente Umkehrung: Keine Männer im Stadion. Also mussten Assmann und Najafi vor Ort weibliches Kamerapersonal anheuern, vor dem Stadion ausharren und das Beste hoffen.

„Football Under Cover“ porträtiert nicht nur die Gemeinsamkeiten und Unterschiede seiner fußballbegeisterten Heldinnen, sondern reflektiert gleichzeitig die schwierige Entstehungsgeschichte des Films, die das Produktionsteam ein ums andere Mal vor emotionale und organisatorische Herausforderungen stellte.


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