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Französischer Botschafter im Iran einbestellt
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2008 Montag 04 FebruarIrans Atombombe: Akzeptieren, zerstören - oder was?WELT ONLINE - Germany Ralf Fücks glaubt nicht, dass die Mullahs wirklich auf ihr Atomwaffenprogramm verzichtet haben. Gerade deshalb fordert er eine neue diplomatische Initiative der USA Als im Dezember die amerikanischen Geheimdienste ihren Report zu den "nuklearen Fähigkeiten und Intentionen" des Iran veröffentlichten, ging ein Seufzer der Erleichterung durch Europa: Mit der Einschätzung, dass der Iran sein Atomwaffenprogramm Ende 2003 eingefroren habe, schien die Option eines US-Militärschlags vom Tisch .Es wäre allerdings ein Fehler, sich jetzt beruhigt zurückzulehnen. Um Atommacht zu werden, braucht es drei Elemente: spaltbares Material, Trägersysteme sowie die Fähigkeit zum Bau nuklearer Sprengköpfe. Wenn die US-Sicherheitsdienste richtigliegen, hat der Iran nur letztere Komponente auf Eis gelegt, und zwar angesichts des damaligen Siegeszugs der US-Armee im Irak. Die beiden anderen Elemente - Raketen und Urananreicherung - wurden weiter verfolgt .Inzwischen haben sich die Kräfteverhältnisse am Golf dramatisch gewandelt. Die USA stecken im irakischen Morast, während Teheran in die Rolle der dominanten Regionalmacht hineinwächst. China hat sich mit milliardenschweren Investitionen in die iranische Ölförderung eingekauft und liefert ebenso wie Russland moderne Militärtechnologie. Syrien ist durch einen Beistandspakt eingebunden, und der lange Arm Teherans reicht bis in den Irak, in den Libanon, nach Palästina und Afghanistan. Auch die von den Vereinten Nationen beschlossenen Sanktionen waren nicht dazu angetan, die Machthaber in Teheran zu beeindrucken. Solange es ihnen gelingt, China und Russland gegen die USA auszuspielen und rege Geschäfte mit europäischen Ländern wie Deutschland und Italien zu treiben, können sie ihr Nuklearprogramm unbeirrt fortsetzen. Es ist dann nur eine Frage der Zeit und der Entschlossenheit, die Bombe tatsächlich zu bauen .Das allerdings hätte dramatische Konsequenzen: Ägypten und Saudi-Arabien werden sich nicht mit einer atomar gestützten Dominanz des Iran arrangieren. Das gilt auch für die Türkei. Dort hört man die Formel: Wenn der Iran atomar aufrüstet, wird die Türkei entweder Mitglied der Europäischen Union oder selbst eine Atommacht. Ein nuklearer Rüstungswettlauf in dieser Region gleicht einem Spiel mit dem Feuer. Nicht zuletzt wäre die Atombombe in der Hand eines Regimes, das die Auslöschung des jüdischen Staates propagiert, ein unkalkulierbares Risiko für Israel .Die amerikanischen Dienste gehen davon aus, dass Teherans Atompolitik eher von einem Kosten-Nutzen-Kalkül als vom unbedingten Griff nach der Bombe getrieben ist. Wer die fatale Alternative "bombardieren oder akzeptieren" vermeiden will, muss deshalb auf eine Kombination von Angeboten und Druck setzen. Wenn es eine Chance auf eine diplomatische Lösung geben soll, müssen die USA Teheran direkte Verhandlungen über ein politisches Arrangement anbieten. Dazu gehören die strikte internationale Kontrolle des iranischen Atomprogramms und der Verzicht auf die Herstellung waffenfähigen Materials, ein wechselseitiger Gewaltverzicht und das Angebot auf sicherheitspolitische und energiewirtschaftliche Zusammenarbeit. Dabei wird sich zeigen, was die tatsächlichen Motive und Ziele des Iran sind. Nur auf diesem Weg kann die internationale Gemeinschaft für harte Sanktionen gegenüber dem Iran gewonnen werden, falls sich das Regime am Ende einer diplomatischen Verständigung entzieht. Ralf Fücks ist Vorstand der den Grünen nahestehenden Heinrich-Böll-Stiftung |
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