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2008 Freitag 15 Februar

Hisbollah droht Israel mit Krieg

Beirut (Reuters) - Nach dem Anschlag auf einen ihrer Anführer droht die südlibanesische Hisbollah-Miliz Israel mit Krieg.

"Zionisten, wenn Ihr diese Art von offenem Krieg wollt, dann soll es die ganze Welt hören: Lasst uns offen Krieg führen", rief der per Video zugeschaltete Hisbollah-Chef Sajjed Nasrallah am Donnerstag Zehntausenden Anhängern zu, die sich zur Beerdigung von Imad Mughnija im Süden Beiruts versammelt hatten. Israel hat bestritten, für den Bombenanschlag auf den als Terrorist auch von den USA gesuchten Extremisten verantwortlich zu sein.

Nasrallah machte das Recht auf Selbstverteidigung geltend und kündigte an, alles Notwendige für die Sicherheit seiner Bewegung in die Wege zu leiten. Ohne Einzelheiten zu nennen sagte er, erste Ermittlungen der Hisbollah hätten die Verantwortung Israels für das Attentat in Damaskus bestätigt. Mughnija wird unter anderem für die Entführung eines Passagierflugzeugs sowie für mehrere Geiselnahmen westlicher Ausländer in den 80er Jahren verantwortlich gemacht.

Israel lastet dem Extremisten zudem die Entführung zweier Soldaten an, die 2006 den knapp fünfwöchigen Libanon-Krieg ausgelöst hat. Nasrallah bestätigte in seiner Rede, dass Mughnija in dem Krieg eine wichtige Rolle eingenommen habe. An der UN-Friedenstruppe, die den Waffenstillstand seit eineinhalb Jahren sichert, ist auch Deutschland mit 635 Soldaten beteiligt.

Wegen der vom Iran und der palästinensischen Hamas-Bewegung unterstützten Racheschwüre versetzte Israel seine Botschaften weltweit in Alarmbereitschaft. Zudem verstärkte es Sicherheitskreisen zufolge seine Einheiten an der Grenze zum Libanon. Israel wisse, was es angesichts der Umstände zu tun habe, betonte Sicherheitsminister Awi Dichter im Radio Israel.

Der Anschlag auf Mughnija verschärfte auch die inner-libanesischen Spannungen. Anlässlich des dritten Jahrestags des Attentats auf den anti-syrischen Spitzenpolitiker Rafik al-Hariri demonstrierten wenige Stunden vor dem Hisbollah-Trauerzug Zehntausende Anhänger der Regierung auf dem Märtyrerplatz im Zentrum der Hauptstadt. Der Machtkampf zwischen dem anti-syrischen Regierungslager und der von der Hisbollah angeführten Opposition lähmt den Zedernstaat seit Monaten.


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