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2008 Dienstag 11 MärzIran überlegt Internet-Blockade am Wahltag - "Pläne passen gut zur politischen Strategie des Landes"NeueNachricht - Bonn Verfasser: Markus Steiner
"Das Internet nimmt im Iran als Informationsquelle einen hohen Stellenwert ein", erklärt Clothilde Le Coz, Iran-Expertin von der Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) http://www.rsf.org, im Gespräch mit pressetext. Entscheidend sei in diesem Zusammenhang der Umstand, dass es eine der wenigen Möglichkeiten im Land darstelle, seine Meinung frei äußern zu können. Aus diesem Grund versuche die Regierung unter Mahmud Ahmadinejad auch alles, um das Medium und dessen Inhalte unter ihre Kontrolle zu bringen. "Es gibt im Iran zwar offiziell keine Zensur, die Behörden scheuen aber nicht davor zurück diese anzuwenden", kritisiert Le Coz. Die bekannt gewordenen Pläne würden nur zu gut zur politischen Strategie der Regierung passen, auch wenn sie diese öffentlich noch dementiere. "Seitdem Ahmadinejad an der Macht ist, hat sich die Situation in punkto Zensur zunehmend verschlechtert", stellt Le Coz zusammenfassend fest. So gäbe es derzeit aufgrund der starken Kontrollmaßnahmen der Behörden für drei von fünf Journalisten im Iran eigene Strafakten. "Medien und deren Mitarbeiter werden ausnahmslos von der Regierung kontrolliert", ergänzt Le Coz. Zeitungen müssten regelmäßig ihr Erscheinen einstellen und, um dies zu verhindern, seien ihre Herausgeber zur Zensur gezwungen. "Das Ganze geht aber mittlerweile bereits einen Schritt weiter. So diskutiert die iranische Regierung zur Zeit ein Dekret, das Journalisten vorschreiben soll, über welche Themen sie berichten dürfen", schildert Le Coz. Der Iran gilt als eines der Länder mit der schärfsten Internetzensur auf der ganzen Welt. Seit einem Jahr müssen sich alle Webseiten mit Informationen über das Land beim Kulturministerium registrieren lassen. Vor allem politische Aktivisten, die im Internet öffentlich Kritik am Regime üben, stehen auf der Fahndungsliste der Behörden. In einer Razzia-Aktion Mitte Dezember vergangenen Jahres ließ die Polizei in Teheran laut ROG 24 Internet-Cafes schließen und 23 Internetnutzer - darunter elf Frauen - wegen "unmoralischen Verhaltens" verhaften (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=071219028 ). |
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