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Warum durch Fallons Rücktritt der Iran gewinnt
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Dankesrede von Parvin Ardalan anlässlich der Verleihung des Olof Palme Preises 2007
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2008 Mittwoch 12 MärzSadat-Mörder und Schah-WallfahrtenderStandard.at Diplomatische Annäherung zwischen Teheran und Kairo gescheitert - frostige Beziehungen seit 1979 - Perspektive von Gudrun Harrer Khaled Islambuli, der Name des Mörders des ägyptischen Präsidenten Sadat, steht für den iranisch-ägyptischen Konflikt. Die Islambuli-Straße in Teheran wurde zwar bereits umbenannt, eine Versöhnung blieb jedoch aus. *** Wie gewonnen, so zerronnen: Die seit Jahresbeginn wiederholt gemeldete diplomatische Annäherung zwischen Teheran und Kairo scheint sich buchstäblich in Rauch aufzulösen. Vor dem Büro der ägyptischen Interessenvertretung in Teheran verbrannten bei einer Pro-Gaza-Demonstration vorigen Mittwoch etwa hundert iranische Demonstranten die israelische Flagge. Als Objekt der Abneigung war auf Plakaten aber nicht nur Israels Premier Ehud Olmert zu sehen, sondern auch der ägyptische Präsident Hosni Mubarak, mit der Unterschrift: Hau ab, Marionette! Kairo, wo am gleichen Tag der iranische Außenminister Manuchehr Mottaki zu einem kurzen Stop-over eintraf, war nicht amüsiert: Man habe die Botschaft vernommen - ohne Billigung der Behörden findet so eine Demonstration im Iran ja nicht statt - und werde sich danach richten, sagte sinngemäß ein ägyptischer Sprecher. Der Zwist ist alten Datums: Die diplomatischen Beziehungen zwischen Teheran und Kairo laufen schon seit 1979, seit der Islamischen Revolution im Iran, auf unterster Ebene. Ägypten hatte den geflüchteten Schah Mohammed Reza Pahlevi aufgenommen - und beherbergt auch sein Grab, heute Wallfahrtsort iranischer Monarchisten. Teheran revanchierte sich später mit einer Straße für Khaled Islambuli, der 1981 den ägyptischen Präsidenten Anwar al-Sadat ermordete, weil dieser mit Israel Frieden geschlossen hatte. Den militanten Islamisten seines Schlags war die Islamische Revolution im Iran Auftrag und Auftrieb gewesen. Die Khaled-Islambuli-Straße wurde bereits vor einigen Jahren umbenannt (in Intifada-Straße), zum Kummer vieler Hardliner. Übrigens war, als die Umbenennung 2004 offiziell wurde, Ahmadi-Nejad Bürgermeister von Teheran. Aber eine vier Stock hohe Wandmalerei zur Würdigung des "Märtyrers der palästinensischen Sache und Inspiration für die Massen" blieb bestehen. Das iranisch-ägyptische Verhältnis war schon vor der iranischen Revolution ein sehr emotionales: Mohammed Reza Pahlevis erste, in jugendlichem Alter geehelichte Frau war die ägyptische Prinzessin Fausiya, Schwester des ägyptischen Königs Faruk. Der Sturz Faruks durch Gamal Abdul Nasser und Ali Muhammad Nagib 1952 (da war die Schah-Ehe wegen Söhnelosigkeit bereits geschieden) und Nassers Annäherung an die Sowjetunion brachte die Beziehungen des westlich orientierten Teheran zu Kairo an einen Tiefpunkt. Unter Sadat wurde die Sache repariert, um mit der Islamischen Revolution und dem nachfolgenden Iran-Irak-Krieg (in dem Ägypten, wie fast alle Araber, den Irak unterstützte) in eine neue Eiszeit zu versinken. Aus der man bis heute nicht herausgefunden hat. In Washington und in Jerusalem wird sich die Trauer über das neue Zerwürfnis in Grenzen halten. Dort hatte man die neue iranisch-ägyptische Freundlichkeit, die sich in gegenseitigen Besuchen und einem Telefonat zwischen den Präsidenten Mahmud Ahmadi-Nejad und Hosni Mubarak manifestierte, so interpretiert: als gewissen Erfolg Teherans, die US-Versuche zu unterlaufen, die sunnitischen arabischen Staaten in eine Anti-Iran-Allianz zu schmieden; und die Botschaft Kairos, dass es auch zu einer eigenständigen, Washington zuwiderlaufenden Politik imstande sei. Wobei 1,3 Milliarden US-Dollar Finanzhilfe jährlich gewiss ein gutes Argument für Ägypten sind, die USA nicht zu sehr zu verärgern (jüngst hatte der Kongress 100 Millionen blockiert, wegen Israels Klagen, Kairo komme seinen Aufgaben bei der Sicherung der Grenze zu Gaza nicht nach). In Israel sah man auch mit Unbehagen die iranischen Offerte, Ägypten - das in den späten 1970er Jahren sein militärisches Atomprogramm einen stillen Tod sterben lassen hatte - beim Aufbau eines zivilen Nuklearprogramms behilflich zu sein. Immerhin gab es jedoch auch Spekulationen darüber, ob eine ägyptisch-iranische Annäherung nicht zur Pragmatisierung des Iran beitragen könne, weg von der Unterstützung der den ägyptischen Moslembrüdern nahestehenden Hamas und der Hisbollah, die einer Lösung im Libanon entgegensteht. Auch im Irak laufen die iranischen Interessen den ägyptischen entgegen: Kairo wünscht sich ein Wiedererstarken von sunnitischen Kräften, zum Missfallen Teherans und der regierenden Schiiten in Bagdad. Mubaraks Versprecher von 2006 - die Loyalität der arabischen Schiiten im allgemeinen gelte Teheran und nicht ihren arabischen Hauptstädten - verstörte Bagdad nachhaltig. Erst langsam verbessern sich die wegen alter arabischer hegemonialer Hahnenkämpfe schon immer schwierigen irakisch-ägyptischen Beziehungen wieder. (DER STANDARD, Printausgabe, 12.3.2008) |
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